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Narben – Störfelder unseres empfindsamen Systems

Narben entstehen überall dort, wo eine Gewebeschädigung so tief war, das der Körper die Stelle lediglich reparieren, doch nicht heilen konnte. Der Körper schließt dann eine Wunde durch festes Bindegewebe, das ist es was wir als Narbe sehen und spüren.

Wie eine Narbe entsteht

Mit der ursächlichen Schädigung wurden, z.B. bei einem Schnitt mit einem Küchenmesser, Hautzellen und kleine Blut- und Nervengefäße durchtrennt – das ist der Grund warum es blutet und schmerzt. Normalerweise ist dieser Schnitt oberflächlich und die Gewebeschicht von der aus Heilung geschieht ist intakt geblieben. Deswegen sehen wir von den kleineren Verletzungen die wir hatten in unserem Leben kaum etwas.

Ist die Verletzung tiefer,wie z.B. bei einem Operationsschnitt oder einer Platzwunde, so werden Schichten zerstört, von denen normalerweise die Wundheilung ausgeht. Dann kann der Körper nicht vollständig regenerieren, sondern nur reparieren. Und da der Körper keine Lücken und Löcher zurück lassen kann, füllt er diese mit festem Bindegewebe, um den Zusammenhalt der Gewebe, Zellen und schlussendlich unseres Körpers zu gewährleisten.

Warum eine Narbe stört

Eine Narbe ist nicht nur der oberflächliche Strich, den wir sehen, sondern eine tiefgehende Veränderung in unserem Körper. Das Dilemma ist, das dieses feste Bindegewebe:

  1. wie der Name schon sagt eine große Zugkraft entwickelt, was manch einer noch Jahre nach der Narbenentstehung durch ein Ziehen vor Ort oder auch eine eingeschränkte Beweglichkeit in einem größeren Gebiet spürt und eine Einziehung zu sehen ist.
  2. in der Regel so gut wie gar nicht mit Nerven und Blutgefäßen durchzogen ist und somit im Laufe der Jahre oft fester und unbeweglicher wird, dadurch das es „schlecht“ durchblutet ist, wie wir im alltäglichen Sprachgebrauch sagen.
  3. so derb und undurchlässig wird, das es dem Körper schwerer fällt das Gewebe dahinter ausreichend gut zu ver- oder entsorgen. Soll heißen bei einem Bauchschnitt z.B. ist häufig die Entsorgung der Beine nicht mehr so einfach, die betroffene Person hat eher kalte Füße, im Sommer dicke Beine oder bekommt Empfindungsstörungen in den Füßen.

Manche glauben nun es gehe hier lediglich um Optik, um störendes Aussehen, doch weit gefehlt. Die oben genannten Auswirkungen weisen darauf hin, dass wir insgesamt mehr Kraft benötigen, um alle Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. So wissen wir, das ein Knick im Gartenschlauch dazu führt, dass weniger Wasser rauskommt. Und so ist es auch bei Allem was durch ein Narbengewebe durchfließen muss. Es ist anstrengender für den Körper hier alles „durchzuschieben“ oder gar drumherum zu leiten.

Was also tun, um alles wieder in den Fluss zu bekommen? oder wie gelingt Narbenentstörung?

Je frischer die Narbe desto besser ist die Prognose. So kann der Betroffene direkt nach dem Fäden ziehen und erfolgter Wundheilung anfangen, das Gewebe mit einer elektrolythaltigen und/oder durchblutungs-fördernden Creme zu massieren. Auch eignen sich Maßnahmen mit sauerstoffreichen Sprays wunderbar dazu, von vornherein gegen die Verhärtungen anzugehen und es gibt einige Arzneimittel, die zur Wundheilung und besseren Verarbeitung des Ganzen beitragen.

Ist der Zeitpunkt der Narbenentstehung länger zurück, so kann die Narbe unterspritzt werden, um das Gewebe wieder besser zu integrieren. Doch die einfache und erfolgreiche Methode, die ich in den letzten Monaten immer wieder erfolgreich angewendet habe sind Tapes zur Verbesserung der Durchblutung. So wie hier auf dem Foto eine Narbe nach dem einsetzen einer Kniegelenksprothese behandelt wird.

Welcher Ansatz in welchem Fall der bestmögliche ist (und hier habe ich nur die benannt die ich selbst durchführe – sicherlich gibt es noch viele Methoden mehr) gilt es in einem persönlichen Gespräch rauszufinden.

Fakt ist – gerade auch wenn Ihnen Narben offensichtlich Beschwerden bereiten, sollten Sie sich Hilfe suchen und etwas dagegen tun. Es ist nie zu spät. Unser Körper ist ein dankbares Wesen, welches jede Unterstützung annimmt um wieder besser sprich schmerzfreier zu funktionieren.

Von daher sollten Sie es angehen, geduldig für und mit sich!

 

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